17.12.2021

Ready, Set, Hack!

Laptop statt Sprung, Tastaturklackern statt Hufgetrappel

Der erste CHIO Aachen Hackathon „smart CHIO“ auf dem Turniergelände in der Aachener Soers brachte Ende Oktober 60 Kreative aus ganz Deutschland zusammen.

Aus der Albert-Vahle-Halle ist eine Lounge geworden. Überall verteilt finden sich bequeme Sitzgelegenheiten, dazwischen Arbeitsbereiche, aus den Lautsprechern untermalen flotte Beats die kreative Atmosphäre. Dort, wo sonst Pferde in den Parcours gehen oder beim CHIO Aachen die Voltigierwettbewerbe ausgetragen werden, rauchten nun an drei Tagen und in zwei Nächten die Köpfe. Wie kann das „Erlebnis CHIO Aachen“ noch verbessert werden, wie kann man noch mehr daran partizipieren, wie machen wir mit moderner Technik den Sport noch transparenter, kurzweiliger, verständlicher – Designer und Programmierer, Sportler, Marketing-Experten und Kreative vielfältigster Coleur suchten und fanden Antworten auf diese Fragen. Organisiert wurde der Hackathon vom CHIO Aachen CAMPUS und dem digitalHUB Aachen, unterstützt vom offiziellen CHIO Aachen-Telekommunikationsdienstleister NetAachen.

 

Es ist wie beim Reality-Format im TV: Eine gute Idee alleine ist viel wert, reicht am Ende aber nicht. Sie muss auch verkauft werden. Fünf Minuten hat jedes der zehn Teams, um die Jury – Hans-Heinrich Siemers (Senior Director Global Co-Innovation Labs Network SAP), Dr. Diego Assencio (Director of Solutions Engineering, South EMEA at GitHub), Dr. Oliver Grün (Vorstandsvorsitzender des digitalHUB Aachen e.V.) sowie Michael Mronz (Geschäftsführer Aachener Reitturnier GmbH) und Conny Mütze (Prokuristin Aachener Reitturnier GmbH) – in einem Ideen-Pitch zu überzeugen.

Idee top und Pitch top – Das Team „Pr3t A T0ut“ begeisterte mit ihrer Idee, Details, auf die es im Dressursport ankommt, sichtbar zu machen. Mit Hilfe von hochauflösenden Kameras und Algorithmen können Details wie Hufabdrücke bei Piaffen visualisiert und der Sport so auch für Laien verständlicher und kurzweiliger gemacht werden – und den Reitern ermöglicht die Technik eine genaue Analyse. Platz 1 bedeutet zudem 5000 Euro Prämie. „Eine super Idee, die auch zeitnah umsetzbar ist, weil sie zu unseren bestehenden Entwicklungen passt“, so Michael Mronz. Darüber hinaus ist es eine Idee nicht nur für den Profisport: „Mit dem CHIO Aachen CAMPUS haben wir ein Angebot auch für Freizeitreiter geschaffen – so können zukünftig auch die Teilnehmer an einem Trainingstag hier auf unserer Anlage mit diesem Mehrwert einer digitalen Auswertung nach Hause fahren“, so Mronz. Oliver Grün lobte neben dem hohen Innovationsgrad vor allem „dass ich als Laie jetzt auch verstehe, was da passiert“.

 

Aus Leipzig sind die Teammitglieder Daniel Barofke und Lennart Carstens-Behrens angereist. „Ich reite seit Ewigkeiten“ sagt Daniel, er ist dem Sport eng verbunden, Kumpel Lennart hat keine Ahnung vom Pferdesport. Er ist Informatiker, beim CHIO Aachen Hackathon haben
sich die beiden mit Maike Holtkemper, Henric Breuer – die beiden bekamen für ihre schauspielerische Leistung beim Pitch in Dialogform ein Extra-Lob der Jury – Krzysztof Zibur und Sinem Atilgan zusammengetan, um eben gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie durch Technik das Dressurreiten transparenter und unterhaltsamer werden kann. „Warum war eine Piaffe besser als eine andere – um das zu verstehen, kann Technik helfen“, ist Daniel überzeugt. Wahnsinnig stolz und glücklich sei das ganze Team sagte Maike Holtkemper, die sich vor allem freut „demnächst auch meinem Mann zum CHIO mitnehmen zu können – jetzt wird er die Dressur auch verstehen.“