eine Initiative für das Wohlergehen von Sportpferden
Das Wohlergehen von Sportpferden steht im Mittelpunkt der Arbeit der Initiative „CHIO Aachen Scientist Circle“. Das Projekt bringt Pferdefachleute und international führende Wissenschaftler aus dem In- und Ausland zusammen.
Sie bereisen die ganze Welt und begeistern rund ums Jahr mit absoluten Höchstleistungen: Pferde im internationalen Turniergeschehen sind echte Höchstleistungs-Sportler. „Wir alle lieben den Pferdesport“, sagt CHIO Aachen-Sportchefin Birgit Rosenberg.
„Mit dieser Begeisterung verbunden ist jedoch zugleich ein großes Maß an Verantwortung dafür, dass das Wohlergehen der Pferde zu jeder Zeit absolute Priorität genießt.“ Und genau hier setzt das Projekt an. In erster Linie natürlich zum Schutz der Pferde, aber es geht auch um die Transparenz und Akzeptanz des Pferdesports in der Gesellschaft.
„Es bedarf eines langfristigen Engagements von allen, die wollen, dass der Pferdesport eine positive Zukunft hat“, so Birgit Rosenberg, die im Rahmen des CHIO Aachen Scientist Circle ein Team hochkarätiger Wissenschaftler an ihrer Seite hat, allen voran Prof. Dr. Dirk Winter von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen. „Wir möchten gemeinsam der Frage nachgehen, wie es Sportpferden an Wettkampfveranstaltungen geht und was genau sie benötigen. Und wir wollen erforschen, was es braucht, damit sich Tierwohlstandards mit der Zeit auch in der Breite durchsetzen, damit das Wohlergehen der Sportpferde nachhaltig sichergestellt werden kann“, erklärt Prof. Dr. Winter.
Dazu gehören Fragen wie: Welche Bedürfnisse haben sie? Wie reisen sie komfortabel? Welche Art der Unterbringung empfinden sie als angenehm? Wann und in welchen Situationen empfinden sie Stress? Aber auch Fragen wie: Welche Tierwohlstandards stoßen in der Pferdebranche auf Akzeptanz? Unter welchen Bedingungen können sich konkrete Indikatoren der Messung des Tierwohls als Standards durchsetzen. In welcher Wechselbeziehung stehen Pferdewohl und die soziale Akzeptanz des Pferdesports? In diversen interdisziplinären Projekten kommen zur Erforschung dieser Fragen hochrangige Experten mit neuartigen Messmethoden zum Zug, um wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zu erzielen und so langfristig das Wohlempfinden des Sportpartners Pferd zu sichern.
Es geht also gleichsam sowohl um die Definition und Messung des Pferdewohls als auch um die Akzeptanz und Wirkung von Standards und damit auch um die „Social License to Operate (SLO) im Pferdesport“.
Die Forschung geht dabei deutlich über Aspekte der Messung sowie der Kommunikation oder öffentlichen Wahrnehmung hinaus. Analysiert werden insbesondere die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlicher Akzeptanz und den tatsächlichen Standards in den Bereichen Tierwohl, Haltung, Training, Wettkampfmanagement sowie Transparenz und Verantwortung innerhalb des Sports.
Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um sportliche Leistungen dauerhaft mit einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit dem Pferd in Einklang zu bringen.
Zu den weiteren Experten des CHIO Aachen Scientist Circle zählen:
- Dr. med. vet. habil. Miriam Baumgartner, Expertin für Pferdehaltung und Pferdeverhalten – Schweizer Nationalgestüt Avenches, Agroscope
- PD Dr. med. vet. Dominik Burger, Experte für Leistungsphysiologie und Sportmedizin – Schweizer Institut für Pferdemedizin ISME der Universität Bern in Avenches
- Prof. Dr. med. vet. Konstanze Krueger-Farrouj, Professorin für Pferdehaltung an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
- Dr. rer. nat. Arne-Rasmus Dräger, Experte für künstliche Intelligenz und Entwickler KI basierter Kamerasysteme zur Gesundheitsüberwachung von Pferden
- Dr. med. vet. Monica Venner, Pferdeklinik Destedt GmbH, Privatdozentin an der TiHo Hannover, PhD, Fachtierärztin für Pferde, Dipl. ECEIM, FEI Permitted Treating Veterinarian
- Prof. Dr. Ralf Galuske, Lab – Biology – TU Darmstadt, Fokus: Systems Neuroscience, Interaktion zwischen Hirnarealen, Struktur und Funktion im Säugerhirn und im Pferdehirn, System-neurophysiologische Untersuchungen im Verhaltenskontext bei Mensch und Tier
- Prof. Dr.-Ing. Nicolas Bennerscheid, Professor für Prozessleittechnik an der Technischen Hochschule Köln. Fokus: moderne Sensortechnik, datenbasierte Bewegungsanalyse und Methoden der Pose Estimation mittels Kameratechnik zur Entwicklung objektiver Indikatoren für das Tierwohl – insbesondere im Pferdesport mit dem Schwerpunkt Pferd und Reiter in Bewegung
- Prof. Dr. Alexander Buhmann, Professor der Kommunikationswissenschaft an der Norwegian Business School und Experte für soziale Verantwortung, Vertrauen und Legitimierung. Aktuelle Forschung zur Standardisierung von Tierwohlindikatoren und sozialen Erwartungen an den Pferdesport („Social Licence to Operate“).
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