25.08.2021

Ein Pferdefreund mit Stil

Vorzeigeunternehmer Toni Meggle und seine Ehefrau Marina hegen und pflegen, was ihnen am Herzen liegt. Ein Besuch auf ihrer malerischen Reitanlage in der Nähe von Wasserburg am Inn.

Er ist Kunstliebhaber, hat ein Faible für klassische Musik, ist Unternehmer, Mäzen und Pferdefreund. Auf die Frage, wie er sich selbst beschreiben würde, hat Toni Meggle eine simple Antwort: „Reif für die Pension“, sagt der 90-Jährige mit einem herzlichen Lächeln auf den Lippen. Er sitzt da, elegant gekleidet, das längere graue Haar sorgfältig nach hinten gekämmt. Das Einstecktuch sitzt akkurat im dunklen Sakko, die braunen Slipper glänzen. „Das Leben hat mir gut zugespielt, mir viele Möglichkeiten geschenkt“, sagt er während er seinen zufriedenen Blick über seine Reitanlage schweifen lässt. An klaren Tagen überschaut er von hier die Bergkette vom Dachstein im Osten bis zur Zugspitze im Westen. Momente wie diese genießt er – und er weiß sie zu schätzen.

 

Mit dem Georgihof in Rechtmehring unweit von Wasserburg haben er und seine Frau Marina etwas Außergewöhnliches geschaffen. Einen Ort, der als Zuhause für ihre Pferde nicht schöner und für eine schonende Ausbildung nicht effizienter sein könnte. So oft es geht kommen sie her und genießen die Zeit mit ihren Hengsten. Schauen zu, wie Chefbereiter Matthias Bouten Spitzenpferd Meggle’s Boston trainiert oder mit einem Youngster auch einfach nur mal durchs eigens angelegte Wasser galoppiert. „Die Pferde schenken mir Freude“, sagt Toni Meggle. Früher als erfolgreicher Turnierreiter, dann als Mäzen und Förderer – die Ästhetik des Reitsports und der Pferde fesseln ihn seit mehr als 60 Jahren. Die Zucht ist sein jüngstes Steckenpferd.

Toni Meggle, der mit vollem Namen Josef Anton Meggle heißt, wollte immer hoch hinaus. Auf dem Privatgymnasium – einem humanistischen Internat in Schondorf am Ammersee – büffelt er Hochdeutsch und lernt Klavier spielen. 1950 legt er das beste Abitur seiner Klasse ab, könnte als erster aus seiner Familie studieren. Doch ihm ist klar, wo sein Vater ihn lieber sehen will als an der Uni: im Betrieb. Bei zwei Schwestern „wurde mir die Nachfolge quasi in die Wiege gelegt“, sagt er. Eine Pflicht, die er annimmt und mit Bravour meistert. Ehrgeizig, aber nie verbissen, setzt er sich Ziele – und erreicht sie. Auch ohne Studium. Als gelernter Molkereimeister mit Ausbildung zum Industriekaufmann macht er aus der kleinen Dorfkäserei seines Großvaters die international agierende Meggle AG. Der patriarchische Führungsstil seines Vaters aber war seine Sache nicht. Für ihn garantiert nur ein echtes Miteinander ein langfristig erfolgreiches Wirtschaften. Toni Meggle ist ein Gentleman, der für Werte und fairen Umgang steht. Jemand der gerne etwas von dem Guten zurückgibt, das ihm im Leben widerfahren ist.

 

Viel Gutes schenken Toni und Marina Meggle auch ihren Pferden. Auf dem Georgihof werden auch die liebevoll umsorgt, die ihre sportliche Karriere beendet haben. „Es sollen nicht nur die glücklich sein, die auf die Turniere gehen, sondern auch die, die bei uns ihren Lebensabend verbringen“, sagt Marina Meggle und fügt an: „Das ist uns besonders wichtig und einfach wunderschön mitzuerleben.“ So durfte auch Meggle’s Weltall VA, der Mannschafts-Olympiasieger von Athen 2004, auf den Wiesen des Georgihofs sein verdientes Rentnerleben genießen. Der Weltmeyer-Sohn, der 2004 als erstes Pferd überhaupt mehr als 80 Prozent im Grand Prix Special erhielt und ein Jahr später auch in der Grand Prix Kür einen Weltrekord aufstellen konnte, verstarb 2018 im Alter von 24 Jahren.

Wann immer es passt, begleiten Marina und Toni Meggle ihre Pferde auf die Turnierplätze dieser Welt – am liebsten aber kommen sie nach Aachen. „Der CHIO steckt für uns voller schöner Erinnerungen und ist das Highlight in unserem Terminkalender“, sagt Marina Meggle. „Die Atmosphäre, die Aachen bietet, kann kein Turnier der Welt kopieren.“ Als treue Förderer hat das Ehepaar Meggle die Geschichte dieses traditionsreichen Turniers ein Stück weit mitgeschrieben. Seit über 20 Jahren gibt es in der Soers den MEGGLE-Preis in der Dressur, in diesem Jahr steht er am 18. September am dem Programm. Dann wird auch Toni Meggle wieder neben seiner Frau auf der Tribüne sitzen und elegant gekleidet einen weiteren Moment genießen, den er so zu schätzen weiß.

Zu Besuch im Luxus-Stall von Marina & Toni Meggle