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Aachen, 19. Oktober 2005

Gut 300 Tage vor Turnierbeginn: WM-Buchstaben auf dem Rasen "nachgestellt"
Vertreter der Reitsport-Nationen trafen sich zum Gedankenaustausch in Aachen

Aachen. Aus luftiger Höhe war am Dienstagabend am besten zu sehen, warum auf dem Turniergelände des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) in den vergangenen zwei Tagen ein solcher Andrang herrschte: "WM" stand auf dem Abreiteplatz zu lesen. Nicht aufgemalt oder mit dem Rasenmäher in die Wiese geformt. Stattdessen hatten rund sechzig in- und ausländische Gäste vor der Reitertribüne des Springstadions die WM-Buchstaben im wahrsten Sinne des Wortes "nachgestellt".
Nur noch knapp dreihundert Tage sind es bis zu diesem Reitsport-Großereignis in der Aachener Soers, und Repräsentanten aus 24 der 50 teilnehmenden Nationen waren in die alte Kaiserstadt gekommen, um sich über den aktuellen Stand der Vorbereitungen zu informieren. Mit dabei beim so genannten Treffen der "Chefs de Mission": Die jeweiligen Equipechefs der einzelnen Disziplinen sowie die Mannschaftsführer aller Disziplinen. Bei den Weltmeisterschaften vom 20. August bis 03. September 2006 in Aachen werden bekanntlich Medaillen im Springen, in der Dressur, im Fahren, in der Vielseitigkeit (Eventing), im Voltigieren, Reining (Westerndressur) sowie im Distanzreiten vergeben. "Es werden bestimmt Wettkämpfe, an die man sich gern erinnern wird", zeigte sich beispielsweise Will Connell, Chef de Mission Großbritannien, begeistert. "Das meiste ist für die WM ja ohnehin schon vorbereitet. Das Springstadion ist fantastisch, die Cross-Country-Strecke hervorragend geworden."
Für so manchen Verantwortlichen war es der erste Besuch in Aachen oder zumindest auf dem in den vergangenen Monaten runderneuerten Turniergelände des ALRV - dem Ort, wo auch alljährlich das Weltfest des Pferdesports, der CHIO Aachen, ausgetragen wird. Und so galt das besondere Augenmerk den Sportstätten, an denen im nächsten Jahr um die WM-Titel gekämpft wird. Doch auch ganz praktische Fragen standen im Mittelpunkt: In welchen Hotels können die Sportler untergebracht werden, wie steht es mit der Einstallung der Pferde, den Akkreditierungen der Teilnehmer oder den Parkmöglichkeiten in der Soers? Welche Preisgelder werden vergeben, und was sind mögliche An- und Abreisetermine? "Doch auch für unsere eigene Planung war dieser Gedankenaustausch immens wichtig", sagte ALRV-Geschäftsführer Frank Kemperman. Auch wenn der 1. Mai erst der offizielle Nennungsschluss für die jeweiligen Nationen ist - schon heute können die meisten Verantwortlichen abschätzen, wie viele Sportler sie in die Soers schicken wollen. Entscheidende Aspekte für den WM-Gastgeber, der unter anderem die Unterkünfte und Verpflegung organisiert. Und so gut gelaunt, wie die Reitsport-Experten gestern wieder abreisten, dürften es sowohl perfekt geplante als auch fröhliche Titelkämpfe werden.